A Journey to Remember | 07.10. – 21.10.2025
Flashback

Wir schreiben das Jahr 2014. Marcel ist im März von Paderborn nach Mainz gewechselt. Nach einer erfolgreichen Einstiegssaison habe ich ihm für die Offseason einen drei-monatigen Aufenthalt bei Mark Moore in Kapstadt vermittelt. Baseball spielen, Training leiten…und das Leben genießen.
Obwohl er halber Dominikaner ist und ca. 15 x in der DomRep war, ist Kapstadt sein „Place to be“ gewesen…der Ort, wo er sich am wohlsten gefühlt hat.
Als liebender Vater wollte ich ihm zu Weihnachten „Tauchen mit den weißen Haien“ schenken. Dieses undankbare Kind hat damals abgelehnt…
Am 21.12.2023 war Janni mit Amadou zu Besuch, Marcel´s letztes Weihnachten mit seiner Tante und seinem Cousin…eins von vielen wundervollen Weihnachten mit meiner Schwester.
Da haben wir noch gewitzelt: „Marcel, wenn du nächstes Jahr wieder fit wirst, dann fliegen wir zusammen nach Kapstadt…und ich schwimme für dich mit dem weißen Hai“
Janni: „Wir kommen mit, setzen uns dann mit Marcel an die Strandbar, trinken einen Cocktail und schauen zu, wie du dir in die Hosen machst.“

Marcel hat es nicht geschafft, der weiße Hai ist es nicht geworden…aber die Reise nach Kapstadt werde ich nie vergessen
Wochen der Planung und Vorbereitung lenken ab, beschäftigen mich, verhindern, daß ständig die Bilder von Marcel´s letzten Monaten ständig aufpoppen.
Abflug mit Emirates A380 um 15:15, Ankunft in DXB 23:35. Aufenthalt in DXB war angenehm, kurzweilig, der Transfer war easy going. Der Flug von DXB nach CPT war ein einziger ein Albtraum. 10 Stunden in der Boeing 777-300, Fensterplatz, kaum Bewegung möglich…ein erschöpfender Flug
08.10. Ankunft in CPT…
…war gegen 12 Uhr, Transport zum Hotel House on the Hill war reibungslos. Hier mein Review zum Hotel auf booking.com

„Wer ein 5 Sterne Luxushotel mit Frühstücksbuffet erwartet, ist hier definitiv falsch. Wer aber eine ehrliche, saubere und kostengünstige Unterkunft in optimaler, ruhiger und sicherer Lage sucht, dem kann ich das House on the Hill wärmstens empfehlen. In Green Point gelegen, keine 100 Meter von der Hauptstraße, daß DHL Stadion in Sichtweite, ist das House on the Hill trotzdem sehr ruhig. Ich habe den Aufenthalt (12 Tage) sehr genossen.
Das Zimmer war groß, sauber, sehr gut ausgestattet. Ein bißchen Old School…aber dies hat seinen eigenen Charme. Es war alles vorhanden, was man für einen Kapstadt Urlaub benötigt: Kühlschrank, Wasserkocher, Mikrowelle Das Hotel liegt in einer ruhigen Nebenstraße, von dort ist aber alles fußläufig zu erreichen. Stadion 5 Minuten, V&A Waterfront 15 Minuten, Long Street 25 Minuten, Sea Point 25 Minuten. Keine 5 Minuten entfernt ist ein Spar, an der Haupstraße sind genügend Cafés und Restaurants, um dort zu frühstücken. Deon ist ein Super-Host, freundlich, auskunftsfreudig und hilfreich. Ich hab mich in diesem Hotel sehr wohl gefühlt.„
Koffer abstellen, und zuerst einmal Kaffee im Extrablatt um die Ecke…mit Aussicht auf das DHL Stadion. Danach ging´s zu Fuß zur VA Waterfront. Erster Eindruck von Kapstadt…traumhaft. Die Hafenatmosphäre, das pulsierende Leben, Ausblick auf den Tafelberg…das war schon beeindruckend.
09.10 Hop On / Hop Off Bus Tour
Die nächsten beiden Tage standen ganz im Zeichen des Sightseeings mit dem Hop On / Hop Off Bus. Es werden zwei Routen angeboten, die rote und die blaue Linie.
Die rote Linie ist die wichtigste Route. Sie führt durch große Teile der Innenstadt sowie zum Tafelberg, nach Camps Bay, Seapoint, Green Point und zur V&A Waterfront.
Bucht man das Sightseeing Ticket für zwei Tage, dann ist eine Late Night Tour zum Sonnenuntergang am Signal Hill inclusive
10.10. Marine Life Kayak Tour von der V&A Waterfront (4/10) 35€
„Du verlässt den Veranstaltungsort in den ruhigen Gewässern der V&A Waterfront und paddelst in die frische Bewegung des Ozeans, wo wir auf das aktive lokale Meeresleben treffen und vielleicht einen Blick auf ein paar lokale Delfine, Wale, Robben, Pinguine und Sonnenfische erhaschen.
Du wirst auch einzigartige Ausblicke auf Lion’s Head, Signal Hill, die Zwölf Apostel und ein lokales Schiffswrack erleben. Die Tour endet mit einem atemberaubend fotogenen Blick auf Kapstadts Schatz, den Tafelberg. Dieser Ort ist einer der malerischsten Plätze der Welt.“ So lautete die Werbung für diese Tour auf Getyourguide
Die Realität sah leider etwas anders aus. Um 07:30 war Treffen an der VA Waterfront, nach einer kurzen Einweisung ging es dann runter zum Kai, die Kayaks wurden zu Wasser gelassen…und los ging´s. Leider war ich nicht alleine im Kayak…und mein Vordermann war zu dumm, einen Eimer Wasser umzukippen. Da er nie wußte, welches Paddel man wie bewegen sollte, um in eine bestimmte Richtung zu kommen, war die ganze Tour anstrengend und nervig.

Trotz frühem Morgen und ruhigem Wasser gab es keine Delphine zu sehen…einfach nix. Ein paar Robben, die dumm im Wasser rumlagen, das war´s. Der Ausblick auf Kapstadt vom Meer aus war dafür schon beeindruckend
Nachmittags
Nach der etwas enttäuschenden Kayak Tour habe ich Kapstadt mit der blauen Linie des Hop On / Hop Off weiter erkundet. Diese Linie beginnt ebenfalls am Aquarium. Die Strecke weist große Überschneidungen mit der roten Linie auf, führt allerdings zusätzlich in einem großen Bogen um den Tafelberg herum, an Kirstenbosch vorbei nach Hout Bay. In Hout Bay hatte ich einen längeren Aufenthalt, hat mich aber nicht so begeistert.
11.10. / 12.10 Safari Tour 8/10 (440€)
Tag 1
Abholung war pünktlich um 06:00 Uhr direkt am Hotel. In einem klimatisierten Minibus ging es durch Capetown entlang der Küstenstraße über Hermanus zum Kap Agulhas, der südlichsten Spitze Afrikas, wo wir gegen 10 Uhr ankamen.

Ein 45 Minuten Fotostop…und weiter gings Richtung Safari
12:30 Mittagessen
14:30 Ankunft Garden Route Game Lodge
Das Lodge-Zimmer war absolut traumhaft und lag direkt gegenüber dem Pool. Klamotten aus, ab in den Pool…danach erst einmal Kaffee auf der Terasse
17 Uhr – 19 Uhr Safari im offenen Jeep
Zwar haben wir viele Tiere in der „freien“ Wildbahn gesehen, aber so richtiges Safari Feeling wollte nicht aufkommen. Es ist ein 2000 Hektar großes, eingezäuntes Wildreservat. Um z.B die Giraffen zu sehen, hätten wir 3 Stunden fahren müssen.
Von einigen Tieren gab es nur eine sehr begrenzte Anzahl…drei Löwen (im für sie abgesperrten Sicherheitsbereich), zwei Flußpferde, eine Gepardin, ein Nashorn (mit Baby), einige Elefanten.
Alle Arten von Antilopen, Büffel, Zebras, Gnus liefen ohne Ende rum…aber ich hatte nie das Gefühl, daß ich in einem riesigen Nationalpark unterwegs war.
Trotzdem haben wir 4 der Big Five (Büffel, Löwe, Nashorn, Elefant) gesehen..den Gepard nehme ich dann als Leopard-Ersatz..
Um 19:30 Uhr gab es in einem großen Saal ein sehr gutes dreigängiges Abendessen
Tag 2
05:00 Aufstehen…Kaffee auf der Terasse. Wie damals in Nepal bin ich extra früh aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Aber same procedure as in Nepal. Kein Sunrise…viel zu bewölkt. Also noch zwei Kaffee auf der Terasse, um dann um 06:30 zu Lounge zu gehen. Dort gab es noch mehr Kaffee und einen kleinen Snack
07:00 – 09:00 Uhr zweite Safari
Danach ein großartiges Frühstücksbuffet, um 11 Uhr war Abfahrt Richtung Capetown…mit einem einstündigen Zwischenstop in Hermanus (leider ohne Walsichtung)
13.10. Relaxen
Heute war eigentlich nur Relaxen angesagt…habe auch den ganzen Vormittag mit Durchfall auf dem Klo entspannt.
Am Nachmittag stand dann eine Ganzkörper Öl-Thai Massage für 25€ auf dem Programm. Hätte ich mir auch sparen können… hatte mit einer richtigen Thai- Massage nix zu tun.
Anschließend Old School Sightseeing…zu Fuß zur Long Street und Green Market Square. Tagesabschluß war wie immer Feierabendkaffee im Extrablatt
14.10. Cape Point Tour 42€
Neuer Tag, neue Tour. Diesmal ging´s zum Kap der Guten Hoffnung.
Abholung war um 07:30 Uhr, wieder mit einem klimatisierten Minibus. Der erste Stop war nach 30 Minuten in Bo-Kaap. Geschichtlich mag dieser Stadteil mega interessant und auch wichtig sein, mich haben aber die paar bunten Häuser und die Gegend überhaupt nicht umgehauen.
Nächster Anlaufpunkt: Boulder´s Beach, Pinguine gucken. Auch hier…naja. Hatte was von Zoo-Feeling, da man die Pinguine nur von einem Steg aus beobachten konnte. Die Tiere sind zwar witzig, wenn man deren Verhaltensweisen beobachtet…aber nach 15 Minuten reicht es dann auch.
Weiter ging es entlang der Victoria Road, vorbei an exklusiven Wohngebieten zum Hout Bay Harbour. Auf dem Weg zum Chapman’s Peak wurden mehrere Fotostopps eingelegt.
Gegen 11:45 Uhr erreichten wir dann das Kap der Guten Hoffnung. Glücklicherweise war nicht all zu viel los, sodaß von jedem das berühmte Photo gemacht werden konnte

Ein Spaziergang rauf zum Leuchtturm, die obligatorischen Photos geschossen…und gegen 14 Uhr ging es wieder Richtung Kapstadt.

Auf halber Strecke haben wird dann einen Stop am Muizenberg Beach eingelegt…für mich einer der emotionalsten Momente auf meiner Reise.
Ich hatte das Gefühl, Marcel beim Surfen zuzusehen, ihn mit breitem Grinsen aus dem Wasser kommen zu sehen. Hier war er mir so nahe, daß es physisch weh tat
15.10. Tafelberg
Am Tag, als Marcel für immer eingeschlafen war, startete ein alter Baseball Bekannter die „Gofundme“ Aktion (ohne mein Wissen). Innerhalb von 48 Stunden haben 254 Leute 12 000€ gespendet. Alte Weggefährten aus Marcel´s Duisburger, Bonner und Paderborner Zeiten, ehemalige Mitspieler, die mittlerweile wieder in Amerika sind, Gegner, Coaches, Fuktionäre….alle haben Marcel durch ihre Spende gedacht. Aber auch außerhalb der Baseballwelt haben viele Freunde die Gelegenheit wahrgenommen, sich bei Marcel auf diesem Wege zu bedanken.
Ich habe die Verwendung dieser 12 000 € transparent und öffentlich gemacht. Ca. 7000€ hat die Beisetzung gekostet, 2500 € habe ich der Palliativstation gespendet.
Den Rest habe ich für diese Reise verwendet. Der dreimonatige Aufenthalt ab Dezember 2014 bei Mark Moore in Südafrika war für Marcel „magisch“. SA…ein Land, wo er immer gerne wieder zurückwollte.
Mein Ziel war, wenn ich die Kraft finde, für ein paar Tage nach SA zu fliegen und einen Teil seiner Asche vom Tafelberg streuen.
Heute war dieser Tag…Marcel´s Geburtstag
Für 07:00 Uhr habe ich mir ein Uber bestellt…und für 5€ ging es dann zum Startpunkt der Tafelbergbesteigung, die Platteklip Gorge.
„Die Platteklip Gorge ist der älteste, direkteste und beliebteste Wanderweg auf den Tafelberg in Kapstadt. Die ca. 2,5 bis 3 km lange Strecke ist steil, besteht aus felsigen Stufen und überwindet rund 650 bis 700 Höhenmeter in etwa 2–3 Stunden.„

Start war 07:15 Uhr, Summit 09:20 Uhr. Auch für mich als Ü60 machbar…nicht einfach, aber machbar. Oben angekommen erst einmal einen Kaffee, den Tafelberg begehen und einfach nur die wunderbare Aussicht über Kapstadt auf sich einwirken lassen.

Gegen 11 Uhr habe ich mir eine stille, windgeschützte Ecke ausgesucht, um dort Marcel´s Asche zu verstreuen. Eigentlich war der Vorgang des Verstreuens sehr nüchtern geplant… leider ist es anders gekommen.
Das Öffnen der Dose hat mich zerrissen, es war ein ganz schlimmer Moment. Zu erstenmal zu sehen, was von meinem Sohn übrig geblieben ist…ein kaum vorstellbar er Schmerz.
Ich habe keine Erleichterung, keine Katharsis gespürt… sondern nur Verlust

Ich bin noch lange über den Tafelberg gewandert, ehe es dann gegen 14 Uhr mit der Cable Car den Berg runter und mit einem Uber zurück zum Hotel ging.
Im Hotel gab es dann überraschenderweise noch ein Privatkonzert von Deion, der still vor sich hinspielte und -sang, als ich im Hotel ankam
Den Tag habe ich dann an der Waterfront und im Extrablatt ausklingen lassen
16.10. Frühstück mit Olli

Zufälligerweise war Olli Neisemeier, neben Tavo Marcel´s bester Freund in Paderborner Zeiten, auch in Capetwon. Wir hatten uns im Spur, Marcel´s Lieblings-Restaurantkette, zum gemeinsamen Frühstück getroffen.
Mir ist heute noch schlecht, wenn ich an das deftige Ranch Breakfast with Wors denke.
Anschließend habe ich wieder an der Waterfront treiben lassen…dem Leben zugesehen, Kaffee getrunken, versucht, mich abzulenken.
DHL Stadion / Expo
Normalerweise ist das WM Stadion von 2010 nicht für Besucher geöffnet, der am Sonntag anstehende Kapstadt Marathon mit avisierten 25 000 Teilnehmern machte aber eine Begehung möglich. Die in den Katakomben stattfindende Expo war öffentlich zugänglich, somit konnte man sowohl ins Innere als auch das DHL Stadion selber besichtigen.
Gleichzeitig zur Expo mußten sich die Teilnehmer in den kommenden Tagen für den Marathon registrieren, ihre Laufshirts und Nummern abholen
Ich wollte mich auf die Schnelle noch für Sonntag anmelden, wurde aber nur mitleidig angesehen… seit 2 Monaten ist der Marathon „Sold Out“.
Anmelden, T-Shirt und Nummer bekommen, an den Start stellen, Photo machen… und nach 100 Metern verletzt aufgeben. Das wäre mir die 80 € Anmeldegebühr wert gewesen
17.10. Haitauchen 220€
Zwei Orcas (Port und Starboard) machen gezielt Jagd auf weiße Haie vor der Region Gansbaai. Die Orcas rammen die Haie, drehen sie auf den Rücken (was zu tonischer Immobilität führt) und fressen gezielt die nährstoffreiche Leber. Diese Angriffe haben dazu geführt, dass Weiße Haie die Küstengebiete aus Angst meiden. Dieses Phänomen hat das marine Ökosystem verändert und den Tourismus in Gansbaai und Mossel Bay stark beeinträchtigt.
Trotzdem habe ich über GetYourGuide „Gansbaai – umweltfreundliches Haifischkäfig-Tauchen“ gebucht:
„Erlebe den Nervenkitzel des Haikäfigtauchens in der weltberühmten Shark Alley in Gansbaai – nur 2,5 Autostunden von Kapstadt entfernt. Begleite Marine Dynamics, weltweit führend in verantwortungsbewusstem Haitourismus und Meeresschutz, auf einem einmaligen Abenteuer, bei dem du mit Bronzhaien tauchst
Nachdem du dich umgezogen hast, gehst du zum Hafen und steigst an Bord der Slashfin, unserem speziell angefertigten Hai-Käfig-Tauchboot, das mit modernen Annehmlichkeiten, Snacks und Getränken ausgestattet ist. Wir fahren nach Joubertsdam, einem bekannten natürlichen Sammelplatz für Haie.“
Die Organisation war, wie bei allen „GetYourGuide“ Touren, perfekt. Ich wurde morgens pünktlich um 05:00 Uhr am Hotel abgeholt und dann ging es mit einem Kaffeestop nach Gansbaai. Zum Empfang gab es ein gutes Frühstücksbuffet, eine Sicherheitseinweisung (no touchy touchy), die Neoprenanzüge wurden ausgegeben und angezogen. Diese saßen extrem eng…und auf meine Nachfrage, ob es vorgesehen ist, in den Anzüge auch atmen zu können kam nur die lapidare Antwort: „Passt“.
Anschließend ging es zu Fuß zum Schiff, raus aus dem Hafen und auf das offenene Meer. Da der Übergang vom Hafen aufs Meer sehr rau und unangenehm werden kann, habe ich mich vorsorglich auf einen der unteren Plätze im Boot begeben…wie bei den Hurtigruten: nierdriger Schwerpunkt = weniger Schaukeln. Nach ca. 20 Minuten haben wir dann den Sammelplatz erreicht, der Käfig wurde ins Wasser gelassen und die Copperhaie wurden mit einem Lachsköder angelockt.
Wir hatten viel Glück, denn schon nach kurzer Zeit tauchten die erste Haie auf. Da ich direkt an der unteren Reeling meinen Platz ausgesucht hatte, wurde ich unter den ersten acht ausgewählt, die in den Käfig sollten….und das war gut so, denn es gab keine Zeit mehr, großartig zu überlegen. Bleigürtel an, Tauchermaske auf…und ab in den Käfig.
Es war eine unglaubliche Erfahrung. Copperhaie sind nicht gerade klein und diese aus nächster Nähe, auch unter Wasser, sehen zu können war beeindruckend. Fast 20 Minuten habe ich im Käfig verbracht…unvergeßlich
Die Betreuung an Board war großartig. Es wurde z.B. darauf geachtet, daß keiner friert. Nach dem Tauchgang gab es eine warme Dusche, heißen Kakao, Kaffee und kleine Snacks.
Nach zwei Stunden auf hoher See ging es dann wieder zurück in den Hafen, es gab heiße Suppe und Snacks, eine verschlafene Bustour zurück nach Kapstadt…und einen Feierabendkaffee im Extrablatt
18.10. Extrablatt / Stadion / 18 Uhr Sunset Cruise 28€
Am vorletzten Tag habe ich mir endlich das Frühstücksbuffet im Extrablatt gegönnt. Anschließend ging es nochmals ins Stadion, um den Vor-Marathon-Trubel zu erleben.
Den Nachmittag habe ich wieder an der Waterfront verbracht…einfach eintauchen in das pulsierende Leben.
Um 18 Uhr habe ich kurzfristig eine Sunset Cruise gebucht…mit dem Segelschiff vor der Skyline von Kapstadt dem Sonnenuntergang entgegen segeln
19.10. Lionshead und Abschied
Der Lionshead (afrikaans: Leeukop)…die größte Challenge habe ich mir für den Schluß aufgehoben.
669 Meter hoch, ein überwiegend aus Sandstein bestehenden Berg mit einer schmalen, natürlichen Felsspitze als Plattform. Der Gipfel bietet einen 360-Grad-Panoramablick auf Kapstadt, den Tafelberg und den Atlantik. Nördlich vom Lionshead befindet sich der Stadtteil Sea Point, östlich die Innenstadt, südlich Camps Bay und die Zwölf Apostel.
Mit dem Uber für 5€ zum Parkplatz an der Signal Hill Road, dem Starpunkt der „Wanderung“ auf den Lionshead. Start war um 07:30 Uhr…Summit um 09:15 Uhr. Aber was dazwischen lag, war für mich als alter Mann mit Höhenangst eine gewaltige Herausforderung.
Es gibt zwei Wege zum Gipfel:
Der spiralförmige Hauptweg, der die letzten, sehr steilen Kletterstellen und Leitern umgeht
Kletter-Variante: Für Abenteuerlustige gibt es Passagen mit Leitern und Klammern, um die letzten Meter zum Gipfel zu überwinden.
Ich hab natürlich die Kletter-Variante genommen..nicht, weil ich Abenteuerlustig bin, sondern weil ich die Abzweigung verpasst habe. Die Leitern nahe am Abgrund, die Felsen, die zu erklettern waren…all dies war für mich nicht ganz ohne und machten mir vor allem Angst vor dem Rückweg. Trotz allem habe ich nach 1,5 Stunden den Gipfel erreicht…und wurde mit einer unglaublichen Aussicht über Capetown bei traumhaften Wetter belohnt.
Mitgebrachten Kaffee trinken, Energieriegel essen…und eine Stunde lang versuchen, nur zu Sein.
Die Plattform ist relativ klein, es wurde langsam richtig voll, die jungen Leute fotographierten sich in den abenteuerlichsten Stellungen…also beschloß ich gegen 10:30, daß es reicht.
Der Rückweg war wie befürchtet. Teilweise bin ich die Felsen auf dem Hintern runtergerutscht, habe die Leitern langsam und mit größtem Respekt genutzt…egal, wieviele Menschen auf mich warten mußten. Aber irgenwann und irgendwie habe ich es dann geschafft.

Auf dem Rückweg am Fuß des Lionshead…
ein letzter Blick auf den Tafelberg, der mich auf dieser denkwürdigen Reise jeden Tag begleitet hat
Es war wundervolles Wetter, mein letzter Tag, also habe ich mich entschlossen, vom Lionshead bis zum Hotel zu Fuß zu gehen. Dieser traumhafte 9km Spaziergang zurück führte mich an ein zauberhaftes afghanisches Lokal vorbei. In der Betonlandschaft der Gebüde war dieses verwunschene Lokal ein regelrechtes Kleinod.
Der Kaffee, auf traditionelle Art zubereitet, schmeckte zwar wie Knüppel auf Kopp…aber es war ein toller Moment der Ruhe, Stille und Einkehr.

